Durchschuss

    Lage-Hörste: Bericht von Peter Reinold

    Lage-Hörste: Bericht von Peter Reinold

    Peter Reinold Christian von Polentz/transitfoto Peter Reinold



    Bericht von Peter Reinold auf dem Rückweg von Berlin nach Lage-Hörste ins Heinrich-Hansen-Haus am Montag, dem 11. Mai 2015

     

    Um Viertel vor 6 Uhr fuhr ich durch die Lippische Schweiz und konnte dabei den Sonnenaufgang beobachten. Ich fragte mich auf dem Weg zum Heinrich-Hansen-Haus:

    Was wird der heutige Tag bringen? Den Tod des Heinrich-Hansen-Hauses?

    Planmäßig um kurz nach 12 Uhr waren wir beim ver.di–Bundesvorstand in Berlin angekommen. Bevor die Sitzung des Gewerkschaftsrates um 13 Uhr begann, verteilten die angereisten Kolleginnen und Kollegen am Eingang zum Saal das Buch „Das Wunder von Hörste“ mit einem Spruch zur aktuellen Situation an die Mitglieder des Gewerkschaftsrates.

    Um 15 Uhr wurde dann unseren Sprecherinnen und Sprechern Gelegenheit gegeben, nochmals unsere Argumente vorzutragen. Holger Menze, Walter Brinkmann, Iris Strube, und Rolf Becker, aus Hamburg angereist, taten dies eindrucksvoll.

    Eine Kollegin rief, man müsse die wirtschaftliche Seite sehen! Schon bei der Buchübergabe und auch bei den Vorträgen nahmen die Kolleginnen und Kollegen des Gewerkschaftsrates unsere Argumente respektlos entgegen. Nach meinem Eindruck können das nicht unsere Vertreterinnen und Vertreter sein! Im Gewerkschaftsrat wurde auch der Initiativantrag abgelehnt.

    Nachdem wir von etwa 15.20 Uhr bis 18.10 Uhr gewartet hatten, war die Sitzung des Gewerkschaftsrates beendet und Frank Bsirske und Monika Brandl kamen in die Halle, um uns das Ergebnis mitzuteilen.

    Frank Bsirske informierte, dass der Gewerkschaftsrat in geheimer Abstimmung mit 70 gegen 12 Stimmen die Schließung des Heinrich-Hansen-Hauses zum 31. Dezember 2015 beschlossen hat. Er führte weiter aus: „Wenn nicht in 15 km Entfernung eine weitere Bildungsstätte liegen würde, wäre die Abstimmung ganz anders ausgegangen“!!! Wir hätten Gelegenheit gehabt, 1,5 Millionen an Spenden zusammen zu bekommen, aber dieses Ziel nicht erreicht!!!

    Weiter führte er aus, dass es nur bis zum 31. Dezember 2015 die Garantie für den Brandschutz gebe, danach müssten er und Monika Brandl die Haftung übernehmen.

    Nach den Ausführungen wurde es sehr laut in der Halle. Frank Werneke wurde gerufen und gefragt, was mit dem Haus nun passiert? Antwort: „Das Haus wird an den Meistbietenden verkauft“.

    Dann haben ich und andere mit Tränen in den Augen die Halle verlassen.

    Peter Reinold – Gott grüß die Kunst